• Dominanz

    Mittwoch, 14. April 2021 - keine Kommentare

    Das Wort Dominanz taucht immer wieder auf, wen man mit Hunden oder Pferden arbeitet.

    Aber was soll das eigentlich alles mit der Dominanz?

    Dominanz bedeutet laut Duden erstmal schlicht: "Eigenschaft von Erbfaktoren, sich gegen schwächere durchzusetzen."

     

    Aus dem Bio-Unterricht kennen wir dominanz noch aus der Geneteik.

     

    Es gibt viele Hunde- und Pferdetrainer und -besitzer, die immer wieder von Dominanz sprechen. Das heißt es, der Hund sei dominant, das Pferd sei dominant und der Mensch müsse dominanter auftreten und gewisse Verhaltensweisen an den Tag legen damit sein Tier ihn als dominanter anerkennt.

     

    Zunächst einmal: Entweder du bist dominant oder nicht! Dominanz ist nie ein Zustand, der immerwährend und im luftleeren Raum stattfindet. Ein Teil kann immer nur dann dominant sein, wenn da einer ist über den er dominant sein kann.

    Einen Hund als pauschal dominant zu bezeichnen ist gar nicht möglich. Man kann nur sagen, er ist in dieser Situation oder in dieser Beziehung dominant - also überlegen. Überlegen heißt in diesem Fall: er bestimmt das Geschehen.

    Warum ist er überlegen, also bestimmt das Geschehen?

     

    Beispiel: Der Hund zieht an der Leine.

    A. Dem/r Besitzer/in macht dies nichts aus und er zieht einfach gegen bzw. hält fest und bestimmt somit Lauftempo und -richtung.

    Wer ist dabei dominant?

    B: Dem/r Besitzer/in hat ein schlechtes Gefühl dabei. Er hält einfach die Leine fest, läuft hinterher und freut sich immer wenn der Hund mal stehen bleibt um zu schnuppern, denn dann hat er eine Pause von dem Gezerre. 

    Wer ist hier dominant?

     

    Dominanz hat nicht immer etwas mit Stärke zu tun. Der kleine Dackel kann gegenüber der große Dogge durchaus dominant sein, ohne jemals körperliche Kraft einsetzen zu müssen.

     

    Es kann auch vorkommen, dass jemand, der weder besonders stark, noch besonders kompetent ist, die Führung übernimmt!

    Dies kommt vor allem bei uns Menschen vor. Es gibt Mensch-Beziehungen, in denen der eine Teil A zum Beispiel eine Krankheit hat und der andere, gesunde Part B sich um diesen Kranken kümmert. Teil A gibt vor, was wann und wie getan wird, während Teil B reagiert.

    Wer ist dominant?

     

    Mir sind mitlerweile schon viele Situationen begegnet, in denen es hieß dieser Hund oder dieses Pferd seien dominant.

    Frage: Über wen oder was?

     

    Dominant bedeutet auch: Entscheidungen zu treffen.

    In der freien Natur kann es durchaus vorkommen, dass ein Tier, dass sonst eher rangmäßig im Mittelfeld ist in einer bestimmten Situation die Führung übernimmt. Einfach weil es diese Situation zum Beispiel schon einmal erlebt hat und eine Strategie besitzt. Es ist also ein Entscheidungsträger.

     

    Wenn du einen Hund hast, der ständig an der Leine zieht - als Besipiel:

    Dann entscheide dich mal dagegen. Dein HUnfd will das Tempo vorgeben. Du sagst innerlich einfach "Nö, heute entscheide ich das Tempo."

    Immer wenn dein Hund sagt: "Los nach vorne" und losgeht, dann entscheide "stehen bleiben". Du musst nichts sagen oder tun außer stehen bleiben und atmen.

    (Ja aber mein Hund braucht doch Auslauf) - Ja, zunächst braucht er Klarheit!

    (Ja, aber was sollen die Leute denken) - Das du eine neue Trainingsmethode hast und Kompetenz austrahlst.

    Warte mal bis dein Hund sich zu dir umdreht und "Hä?" macht. Ist die Leine locker kannst du losgehen.

    Dein Hund wird sagen "Ja, na endlich" und wieder das Tempo bestimmen wollen. Was machst du?

    Genau! Entscheide dich für die Ruhe. Stehen bleiben und atmen.

    (Ja aber das geht doch nicht immer) - Nur bis du deinem Hund gezeigt hast, dass du ab jetzt IMMER entscheidest!

    (OH weia, wie lange soll denn das dauern?) - s.o.

    (Das schaffe ich nicht, ich habe doch keine Zeit.) - Nimm dir die Zeit oder lebe mit einem Hund der halt selbst entscheidet.

    Entscheide dich! Du darfst dich auch dafür entscheiden, dass dein Hund das Tempo vorgibt. Dann kaufe aber ein Geschirr, sonst bekommt dein Hund auf lange sicht Probleme mit dem Bewegungsapparat.

    Wenn Du dich entscheidest, dass dein Hund das Tempo vorgibt heisst das nicht, dass er immer und überall über dich dominant ist!!!

    In puncto Essen besorgen, steht uneingeschränkt der Mensch an oberster Stelle. Denn er kauft das Essen., und meistens portioniert er es auch.